Montagsgejammer vs. Jerry's Lebenseinstellung.

Posted: 30th December 2009 by admin in Menschen.

Vor einigen Jahren habe ich eine Erfahrung gemacht, welche meinen Umgang mit den Nörglern dieser Welt deutlich vereinfachte.
Ich war in den Staaten und habe viel meiner Freizeit mit meinem Onkel verbracht. Er hatte Glück im Leben, durfte sich einige Restaurants aufbauen und eines davon steht in NY.
Ich bewundere Ihn, denn er ist einer von denen, die nicht müde wurden an Ihren Traum zu glauben und sich auch durch viele Tiefs nicht ablenken liessen. Das einzige, wofür ich Ihn nicht direkt bewundere, ist die Tatsache das er oft für andere und den Beruf gelebt hat, aber selten für sich selber.
Da mein Onkel selber sieht, das er gesegnet war im Leben, versucht er einiges weiterzugeben.
Er engagiert sich und unterstützt einige Sozialarbeiter in NY – einige davon durfte ich kennenlernen und mit einem durfte ich hin und wieder selbst um die Häuser ziehen.

Eindrückliche Momente waren da immer mit dabei. Doch einer geht mir wohl nie mehr aus dem Kopf.
Wir waren unterwegs zu einem, den viele “Penner” nennen würden. Einer, der von der Hand in den Mund lebt und einer den Wir als armen Tropf ansehen. Ich wusste nicht, was da auf mich zukommen sollte. War er einer dieser Verrückten, welche irgendwann den Verstand auf der Strasse verloren haben? Oder einer der Gangster welche andere Leute überfallen um sich Ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Ich war gespannt, nervös und irgendwie beruhigt, da nicht alleine unterwegs zu sein.

Als Wir, nennen Wir Ihn John, sahen war ich beruhigt. Er wirkte weder nach Gangster, noch nach Verrückter Gestalt. Einfach ein mitte vierziger, der auf der Strasse lebt. Dies tut er vollkommen bewusst und hat (fast) immer jegliche Hilfe verwehrt.
Er ist mit 30ig auf die Strasse gekommen, weil er die Freiheit mochte, selbst über sich sein Leben und seine Lebensumstände entscheiden zu können. Friert er eine Nacht, so ist es weil er die staatliche Hilfe nicht annehmen will, hat er eine Nacht voller Sternenhimmel ist er sogar froh darüber.

Ich erfuhr ein wenig aus seinem Leben und erfuhr damit, wie bewusst er diese Entscheidung auf die Strasse zu gehen gefällt hat. Ich war wirklich erstaunt darüber – für mich vollkommen unvorstellbar.

John gab mir mit auf den Weg, das jeder sein Leben selbst in der Hand habe. Du kannst Morgen nach Afrika gehen und dort in Wildnis leben wenn du das willst. Du kannst deinen Job künden und dir einen neuen suchen.
JA, DU HAST ES IN DER HAND.

Oft erlebe ich Montage, an denen wieder alle darüber jammern, das Sie arbeiten gehen müssen. Nein, MÜSSEN Sie nicht. Sie können sich nen Beruf suchen, bei dem Sie am Montag frei haben. Sie können Ihren Job allgemein aufgeben und in eine andere Branche wechseln – doch so tiefgründig scheint all das gejammer am Montag nicht zu sein, denn selten habe ich am Di. gelesen “ICH BIN FREI”. Meist bleiben die Menschen dort wo Sie sind, Gewohnheitstier halt…

Klar gibt es Regeln und klar gibt es die totale Freiheit nicht mehr. Damit sind wir aufgewachsen und daran können Wir auch nichts (auf legalem Weg – Krankenkassenpflicht als eines der Stichworte) ändern.
Aber WIE wir leben und besonders WO wir Unser Leben leben, das haben wir vollkommen selbst in der Hand.

Ich entschied mich bewusst dafür heute zu leben und an Morgen zu denken – aber nicht bestimmen zu wollen was Morgen passiert. Denn schlussendlich bin ich ein Mensch mit Gefühlen und Emotionen – die Gefühle ändern sich und die Emotionen bestimmen mit, wie und wo ich Morgen leben will.

In diesem Sinne auf die Freiheit, die Wir hier haben. Sie ist nicht selbstverständlich.

  1. Micha says:

    Jerry, wieder einmal schreibst Du mir aus der Seele! Ich kann es nicht haben. Die Aussagen “Hey, der Job scheisst mich so an. Ich würde lieber…”. Dann tue es doch, dann mach es doch. Du hast es in der Hand. Aber nein, jeden Morgen wird gejammert. Wenn man dann sagt “Hey, dann machs doch einfach…”, dann findet diejenige oder diejenige bestimmt 100 Gründe warum es nicht klappen kann. Blödsinn! So, genug gejammert! ;)

  2. Chris says:

    Hey Jerry

    Super Beitrag. Find ich richtig gut. Aber lieber würde ich arbeite, wie wann und wo ich will und müsste mir keine Sorgen um Geld machen – nur das geht eben nicht :)

    Aber es gibt einfach mal Tage, da will man etwas nicht und würde lieber daheim bleiben. Ich glaube die hat jeder und die sind auch gerechtfertigt :)

  3. admin says:

    @Micha, jep, ich kenne das gejammer auf FB und Twitter – überlese es mittlerweile meistens weil so schlimm kann es nicht sein ;)

    @Chris, danke für die lobenden und konstruktiven Worte – nicht nur von diesem Kommentar :)
    Ja, Geld ist immer ein Punkt, der eine Rolle spielt. Aber eben, wenn du frei leben willst und dabei von der Hand in den Mund leben willst, ist dir selbst diese Möglichkeit gegeben. Wenn du deine Priorität auf Skifahren im Winter und Strandurlaub im Sommer legst, dann kannst du auch dies haben – einfach mit dem nötigen Fleiss dazu.
    Die schlechten Tage hat definitiv jeder – auch ich hab an Weihnachten mal rumgemotzt *gg*

  4. Michel says:

    Du kannst ja eh schlecht über den Montag jammern ;-) Aber du hast vollkommen recht. “Lediglich jammern” ist grundsätzlich etwas sehr schlechtes. In jedem Fall. Die wenigsten gehen auch nur gedanklich einen Schritt weiter.. nämlich eine Lösung für das Problem zu finden. Die meisten Leben mit einer Vorstellung, dass man immer von 8 bis 5 uhr Arbeiten muss, da das halt Standard ist. Stimmt aber nicht. Ein Extrem-Beispiel ist dieser Typ hier: http://www.youtube.com/watch?v=1merER1zVFg&feature=player_embedded welcher dieses Buch gelesen hat: http://bit.ly/8XNIbG (4 hour work week). Sehr empfehlenswert. :)

    Aber man muss klein beginnen: Ich habe es geschafft mit meinem Arbeitgeber eine Vereinbarung zu treffen, dass ich jeweils 2 Wochen in der Schweiz und danach 2 Wochen von zu Hause (bzw. im Ausland am Platz meiner Wahl). arbeiten kann. Das geht nicht mit allen Jobs, aber bei reiner Büroarbeit am Computer, oftmals kein Problem.. eigentlich…

  5. [...] diese Möglichkeiten und auch, dass andere diese nicht haben. Und dazu möchte ich euch gerne auf einen tollen Beitrag von Jeremy auf TKKG.ch [...]

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